Arts and Crafts Movement, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England entstandene Bewegung, die das Ziel hatte, im Zeitalter der Massenproduktion minderwertiger Gebrauchsgüter das Kunsthandwerk wiederzubeleben und zu reformieren.

Im Jahr 1861 gründete der englische Dichter, Maler und Kunsthandwerker William Morris die Firma Morris, Marshall & Faulkner, die nach höchsten handwerklichen Qualitätsmaßstäben Textilien, Bücher, Tapeten und Möbel herstellte und vertrieb und sich ausdrücklich gegen die sterile Hässlichkeit maschinell erzeugter Produkte wandte. Morris scharte zahlreiche Künstler um sich, darunter die Architekten Philip Webb und C. F. A. Voysey (letzterer wurde berühmt wegen seines „Landhausstiles"), den Möbeltischler Ernest Gimson, den Töpfer William De Morgan und die Designer Walter Crane und C. R. Ashbee. Sie alle waren wie er selbst überzeugt, dass wahre Kunst aus den Traditionen des Kunsthandwerks erwachse. Zeitschriften wie The Studio oder Hobby Horse und nicht zuletzt die 1888 gegründete Arts and Crafts Society, die kunsthandwerkliche Ausstellungen veranstaltete, trugen zur Verbreitung ihrer Ideen bei.

Großen Einfluss hatte die Bewegung auf die Glasgow School, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im Umkreis des Architekten und Designers Charles Rennie Mackintosh entwickelte. In den Vereinigten Staaten von Amerika gab es eine ähnliche Bewegung seit den siebziger Jahren, die bis zum 1. Weltkrieg große Bedeutung hatte. Über die Wiener Werkstätte beeinflusste das Arts and Crafts Movement besonders den Jugendstil und in Deutschland den Deutschen Werkbund, der eine bedeutende Rolle beim Übergang zum Industrial Design spielte, das sich mit der Herstellung qualitativ hochwertiger Massenprodukte beschäftigt. Auch hierfür gab das Arts and Crafts Movement hinsichtlich der Bevorzugung einfacher Materialien und Oberflächengestaltung wichtige Impulse.

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