August Endell (1871-1925), deutscher Architekt und Designer des Jugendstils.

August Endell wurde am 12. April 1871 in Berlin geboren. Er studierte in Tübingen und München Psychologie und Philosophie, als Künstler war er Autodidakt. Die Münchner Vorlesungen von Theodor Lipps machten ihn mit dem Phänomen der psychologischen Wirkungen, die durch Sinneseindrücke hervorgerufen werden, bekannt. Dieser kunstpsychologische Ansatz verband ihn mit dem 1895 nach München übergesiedelten Hermann Obrist, dessen Stickereien, in denen er zum ersten Mal frei organisch erfundene, nicht äußerlich zusammengesetzte Formen kennen lernte, ihm den Anstoß zu eigenem künstlerischem Schaffen gaben. Sein erstes und berühmtestes Hauptwerk war die Dekoration der Fassade des Fotoateliers Elvira in München (1896/97), dessen bizarrer Jugendstildrache später Adolf Hitler so verhasst war, dass dieser ihn bei der Umgestaltung der Straße zum Haus der Kunst hin abschlagen ließ. 1901 ging Endell nach Berlin, wo er eine Reihe bedeutender öffentlicher Bauten und Geschäftshäuser schuf, so im selben Jahr das Bunte Theater für Ernst von Wolzogen (zerstört), die Neumann’schen Festsäle (1905/06), beide mit ihrer gesamten Einrichtung, oder die Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf (1911/12). Die Werkbundausstellung in Köln von 1914 beschickte er mit einem Entwurf für das „Innere eines Speisewagens". Seit 1918 war er Direktor der Breslauer Kunstakademie. In zahlreichen theoretischen Schriften formulierte er seine kunstpsychologischen Grundsätze. Endell starb am 15. April 1925 in Berlin.

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