Josef Maria Olbrich

Hochzeitsturm in Darmstadt

Aufschlussreich ist die Entwicklung des früh verstorbenen Josef Maria Olbrich. Er hatte als Otto-Wagner-Schüler in Wien begonnen und den geometrisch regelmäßigen Wiener Sezessionsstil repräsentiert. In Darmstadt, wo er bis zu seinem Tod, 1908, in der Künstlerkolonie den Ton angab, vollzog er die Wendung zu einer ausdrucksbetonten Verfestigung. Diese Vorläuferschaft des Expressionismus dokumentiert z.B. auch sein zeichenhafter Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe in Darmstadt von 1907/1908.

Die berühmte Darmstädter Künstlerkolonie wurde 1899 auf Veranlassung des mäzenatischen Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen auf der Mathildenhöhe in Darmstadt gegründet. Ihre Aufgabe war die Schaffung einer modernen Kunst im Sinne des Jugendstils. Der Schauplatz dieser Künstlergemeinschaft wurde durch hervorragende Bauwerke wie den Hochzeitsturm geschmückt. In zahlreichen Ateliers und Werkstätten wurden neue Formen und Ornamente entwickelt, um der Aufgabe einer grundsätzlichen künstlerischen Erneuerung gerecht zu werden. 1917, im Ersten Weltkrieg, löste sich die unzeitgemäß gewordene Darmstädter Künstlerkolonie auf.

zurück