Ferdinand Hodler - Frühling Ferdinand Hodler (1853-1918), Schweizer Maler. Hodler stammte aus Bern und studierte in Genf, das mit kurzen Unterbrechungen künftig sein Wohnsitz blieb. Nach einer frühen Periode als Landschafts- und Vedutenmaler begann er unter dem Eindruck einer religiösen Krise einen monumentalen symbolistischen Stil zu entwickeln, den er selbst als „Parallelismus" bezeichnete. Die Wirkung seiner Gemälde beruht auf der harmonischen, durch den dynamischen Fluss der Linien jedoch ausdrucksvollen, symmetrischen Komposition. Exemplarisch hierfür sind seine berühmten Wandbilder Die Nacht (1890, Kunstmuseum, Bern) und Der Tag (1900, Kunstmuseum, Bern). In beiden Fällen stechen die expressiv bewegten, markant kolorierten Aktdarstellungen hervor. In Die Nacht schwebt ein bedrohliches Alptraumwesen über einer Gruppe unruhig schlafender, nackter Figuren, Der Tag wird dominiert von fünf unbekleideten jungen Frauen, die in sprechenden Posen im Halbkreis auf einer stilisierten Blumenwiese sitzen. Im Spätwerk wandte sich Hodler vermehrt der Zeichnung zu. Bemerkenswert sind sein ausdrucksstarkes Selbstporträt (1891, Musée d’Art et d’Histoire, Genf) und ein modelliertes Bildnis seiner vom Tod gezeichneten Geliebten. Hodler schuf außerdem Plakatentwürfe und mehrere Plastiken. Seine Ölbilder nehmen in einigen Aspekten Wesensmerkmale des Expressionismus und Fauvismus vorweg, weshalb er allgemein als Begründer der modernen Malerei in der Schweiz gilt.

Zum Charakter des Jugendstils gehört, dass ein Leitthema oft in nicht allzu präziser Formulierung anklingt, um dann mit seinen Schwingungen die gesamte Komposition zu durchdringen. Hier ist gewissermaßen Aas Mädchen" und "der Jüngling" dargestellt, mit zahlreichen schmückenden Zutaten, die zur Gesamtvorstellung beitragen. Die Stimmung der Natur kann entsprechende Assoziationen auslösen.

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