Josef Hoffmann Josef Hoffmann (1870-1956), österreichischer Architekt und Mitbegründer der Wiener Werkstätte, der zu den Wegbereitern der modernen Architektur zählt.

Hoffmann wurde am 15. Dezember 1870 in Pirnitz (Südmähren) geboren. Er wurde durch die Gedanken des Jugendstils geprägt und war ein Schüler von Otto Wagner, dessen rationalistische Prinzipien er weiter verfeinerte und in eine elegantere Form brachte. Seine frühen Entwürfe, wie das mit einem Flachdach versehene Sanatorium in Purkersdorf bei Wien (1903), bedienen sich harter quadratischer und rechteckiger Formen und verraten dabei eine starke Neigung zum Detail. Mit seinem Entwurf für das Palais Stoclet (beendet 1911) in Brüssel – ein großzügiges, bis in alle Einzelheiten ausgearbeitetes Bauwerk aus edlen Materialien – nahm er viele Prinzipien des Internationalen Stils vorweg. Der Stil seiner späteren Arbeiten, darunter besonders Villen, mehrere Ausstellungsgebäude und Wohnhäuser, bewegte sich zunehmend weg von den Hauptströmungen der architektonischen Entwicklung in Österreich hin zu äußerster Reinheit und puristischer Strenge. Beeinflusst durch William Morris und das von ihm begründete Arts and Crafts Movement, galt sein Interesse von jeher der Wechselbeziehung zwischen Kunsthandwerk und Architektur.

Als Mitbegründer der Wiener Werkstätte (1903), die einen großen Einfluss auf das Industriedesign des 20. Jahrhunderts ausübte, vertrat er besonders deren funktionellere Ausprägung und schuf u. a. Möbelentwürfe, die eine starke Beeinflussung durch Charles Rennie Mackintosh beweisen. Hoffmann starb am 7. Mai 1956 in Wien.

 

Palais Stoclet in Brüssel

Palais Stoclet in Brüssel

Das in den Jahren 1905 bis 1911 von Josef Hoffmann errichtete Palais Stoclet in Brüssel nahm bereits viele Elemente des Internationalen Stils vorweg.

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