Impressionismus, Kunstrichtung in der Malerei, die im späten 19. Jahrhundert in Frankreich als Gegenreaktion zur akademischen Malerei entstand und fast in ganz Europa und Nordamerika die Entwicklung der Malerei entscheidend beeinflusste. Mit seiner Konzeption des l’art pour l’art (Kunst um der Kunst willen) begründete der Impressionismus die ästhetische Moderne. In einem erweiterten Sinn kann der Begriff auch auf einen spezifischen Stil in der Musik Anfang des 20. Jahrhunderts angewendet werden. Siehe Impressionismus (Musik). Der literarische Impressionismus suchte zwischen 1890 und 1910 einen neuen, subjektiv-eindringlichen Zugang zur Realität. Der Begriff ist weitgehend mit dem des Symbolismus synonym. Bedeutende Vertreter des literarischen Impressionismus waren Maurice Maeterlinck in Belgien, Gabriele d’Annunzio in Italien, Joseph Conrad und Virginia Woolf in England, Jens Peter Jacobsen und Hermann Bang in Dänemark, Knut Hamsun in Norwegen und Anton Tschechow in Russland. Im deutschsprachigen Raum sind etwa Detlev von Liliencron, Max Dauthendey, Richard Dehmel, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann, Peter Altenberg, Heinrich und Thomas Mann dem literarischen Impressionismus zuzurechnen.

In Ablehnung der Normen der Académie und ihrer im Pariser Salon zur Schau gestellten Werke zogen es die impressionistischen Maler vor, statt im Atelier in der freien Natur zu malen. Auch wählten sie Landschaften und alltägliche Straßenszenen als Sujet. Statt des zu malenden Objekts stand die Wiedergabe der natürlichen Lichtwirkungen im Zentrum des Interesses, wobei die Maler den persönlichen Eindruck des Augenblicks festzuhalten suchten (subjektiver Realismus). Zu den bedeutendsten Impressionisten gehörten Edgar Degas, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und Alfred Sisley.

Die Konzentration auf die Lichtwirkung führte dazu, dass die Impressionisten die Umrissformen der Objekte gezielt verwischten. Auch stellten sie erstmals die Farbigkeit von Schatten heraus. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange wurden mit kurzen Pinselstrichen nebeneinander gesetzt, so dass sich der Bildeindruck erst bei angemessener Betrachtungsentfernung ergab. Durch die Kontrastierung einer Primärfarbe (etwa Rot) mit ihrer Komplementärfarbe (etwa Grün) entstand der spezifisch „flirrende" Charakter impressionistischer Gemälde. Auf diese Weise erreichten die Impressionisten eine größere Leuchtkraft der Farben und eine höhere Brillanz als bei einer Vermischung der Farben vor ihrem Auftrag auf die Leinwand.

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