Arthur Lasenby Liberty (1843-1917), Begründer des Warenhauses Liberty & Co. (1875) in London und wegweisende Figur des Jugendstiles und des Arts and Crafts Movement.

Das „East India House" Liberty & Co. handelte zunächst mit orientalischen Stoffen und Kunstgewerbeartikeln sowie einheimischen Kunstmöbeln, Metallarbeiten, Keramik und vor allem Textilien, die zumeist im damals geläufigen historisierenden Stil gefertigt waren. In den achtziger Jahren avancierte das Handelshaus zur ersten Adresse für zeitgenössische Inneneinrichtung, und in Italien wurde der Stile Liberty sogar zum Synonym für den Jugendstil. 1883 wurde ein Möbel- und Dekorationsatelier unter der Leitung von Leonard Wyburd gegründet (weitere Designer: George Walton und E. G. Punnett). Der 1884 eröffneten Textilabteilung stand E. W. Godwin vor, der Liberty auch in anderen künstlerischen Fragen beriet.

Kleidung und Möbel machen bis heute den Hauptanteil des Warenangebots aus. Namhafte Designer wie C. F. A. Voysey, Lindsay Butterfield und Arthur Silver (Gründer des Silver-Studios) waren für das Unternehmen tätig, und Hersteller wie Thomas Wardle, G. P. J. Baker, Alexander Morton und Warner & Sons zählten zum Kreis der Lieferanten. Teppiche mit orientalischen und Jugendstilmotiven wurden in Donegal handgewebt, neben Kunstkeramik unbekannterer Manufakturen wurden Arbeiten von William Moorcroft angeboten. Ein weiterer bedeutender Geschäftszweig war Glas, das nach Entwürfen von Christopher Dresser bei James Couper & Sons in Glasgow hergestellt wurde.

1894 brachte Liberty erstmals nach keltischen Motiven gefertigtes Silber unter dem Namen Cymric auf den Markt, ab 1902 folgten Tudric-Artikel aus hoch silberhaltigem Zinn, die in Birmingham von William Hair Haseler hergestellt wurden (Designer: Archibald Knox, Rex Silver und Jessie M. King). Liberty entwickelte sich durch seine umfassende Geschäftstätigkeit zu einer Integrationsfigur der unterschiedlichen Ausprägungen des Arts and Crafts Movement unter ihren Repräsentanten William Morris und anderen. Die 1889 in Paris eröffnete Filiale trug erheblich zur Verbreitung der englischen Spielart des Jugendstiles in Europa bei. Das Warenhaus in der Regents Street existiert noch heute und hat in den letzten Jahren wieder erfolgreich Textildesign des Jugendstiles in sein Programm aufgenommen.

zurück