Adolf Loos Adolf Loos (1870-1933), österreichischer Architekt, der zu den Wegbereitern des Internationalen Stiles in Europa gehörte. Er wurde in Brünn (Mähren) geboren und hielt sich nach seinem Studium in Dresden zwischen 1893 und 1896 in den USA auf, bevor er sich in Wien niederließ. Er wurde besonders durch die Chicago School (Schule von Chicago) mit ihren Stahlskelettbauten beeinflusst und begann sich frühzeitig gegen den damals verbreiteten Jugendstil zu wenden, wie er von Josef Hoffmann oder der Wiener Werkstätte vertreten wurde. Seine Abneigung gegen das Geschwungene, Dekorativ-Ornamentale, die bereits in seinen ersten Entwürfen deutlich wird, brachte er in seiner berühmten Schrift Ornament und Verbrechen (1908) zum Ausdruck, in der er sich für eine sachliche, funktionale Architektur einsetzte. Das Haus Steiner in Wien, das er 1910 entwarf, gehörte zu den ersten Stahlbetonwohnhäusern in Europa. Es zeichnet sich ebenso wie seine anderen Bauten in Wien (Kärntner-Bar, 1907; Geschäftshaus am Michaelerplatz, 1910) oder Prag (Wohnhaus für Tristan Tzara, 1926) durch einen klaren, geometrischen Stil mit kubischen Formen und die Verwendung edler Materialien aus. Mit seinem radikalen Ansatz beeinflusste Loos weite Kreise der europäischen Avantgardearchitektur, besonders in Deutschland, Österreich und Frankreich.

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