Aristide Maillol-Plastik

Aristide Maillol (1861-1944), französischer Bildhauer, Maler und Graphiker. Maillol wurde am 8. Dezember 1861 in Banyuls-sur-Mer geboren. Er studierte von 1882 bis 1886 an der École des Beaux-Arts in Paris und schuf, zunächst von Gauguin beeinflusst, symbolistische Gemälde, Druckgraphiken und Tapisserien. Maillol schloss sich der Künstlergruppe der Nabis an. 1898 machte sich eine Augenkrankheit bemerkbar. Dadurch bedingt begann er sein Talent als Bildhauer zu entdecken und sich hierin autodidaktisch weiterzubilden. Seine zunächst aus Holz oder Terrakotta geschaffenen Skulpturen nahmen Bezug auf die Kunst der griechischen Antike. Ab 1902 arbeitete er in Bronze und Stein. Dabei beschränkte er sich fast ausschließlich auf Darstellungen des weiblichen Körpers, die auf alles Malerische und Dekorative verzichten und auf der Rückführung des menschlichen Körpers auf stereometrische Grundelemente beruhen.

Die Posen von Maillols Plastiken sind ausdrucksstark, die Gesichtszüge seiner Figuren spiegeln eine große Ruhe. Sein Streben galt eher der Perfektion als der Originalität, sein Stil änderte sich während seiner gesamten Schaffenszeit nur geringfügig. Maillols Werk markiert eher das Ende einer bildnerischen Tradition, als dass es am Anfang einer neuen Entwicklung steht. Bronzeplastiken von Maillol sind u. a. zu sehen in der Neuen Pinakothek in München (Flora, 1910), im Jardin de Tuileries in Paris (Der Sommer, 1910) und im Kunstmuseum Bern (Wiesennymphen, 1937). Neben seinem bildhauerischen hinterließ er ein reiches graphisches Werk, darunter zahlreiche Buchillustrationen in Holzschnitten. Maillol starb am 27. September 1944 in seinem Geburtsort.

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