Louis Majorelle (1859-1926), französischer Möbeldesigner, der mit Emile Gallé und Victor Prouvé die Schule von Nancy gründete.

Majorelle wurde in Nancy als Sohn eines Kunsttischlers geboren, der sich auf die Reproduktion von Möbeln des 18. Jahrhunderts spezialisiert hatte, und studierte bei Jean François Millet an der Pariser École des Beaux-Arts Malerei. Nach dem Tod seines Vaters 1879 kehrte er nach Nancy zurück, übernahm den Familienbetrieb und begann, hierin Gallé folgend, wenig später mit der Produktion von Möbeln im damals aufkommenden Jugendstil.

Um 1900 war Majorelle bereits zum führenden Hersteller von Jugendstilmöbeln in Frankreich aufgestiegen und genoss auch international hohes Ansehen. In Projekten wie dem „Wasserlilienzimmer" gelang es ihm, das neue Design mit der qualitativ hoch stehenden Handwerkskunst des 18. Jahrhunderts zu vereinen. Er organisierte seine Werkstätte nach dem Muster eines modernen Industriebetriebes und konnte so Luxusmöbel in Serie zu einem Preis anbieten, der auch für den Mittelstand erschwinglich war. Seine Entwürfe fielen weniger phantasievoll und kühn aus als diejenigen Gallés, überzeugten hingegen durch harmonische Proportionen und organisch integrierte Schnitzornamente. Ein weiterer bedeutender Geschäftszweig waren Metallarbeiten. Auf der Ausstellung der 1901 gegründeten Schule von Nancy im Jahr 1903 stellte er außer seinen Möbeln auch vergoldete und bronzene Beleuchtungskörper aus und lieferte künftig Metallgestelle für Uhren, Keramiken, Glasschüsseln und -vasen für die Manufaktur von Auguste und Antonin Daum, Gallés größten Konkurrenten im Glaskunsthandwerk. In den zwanziger Jahren wichen die Jugendstilelemente geometrischen Mustern in der Manier des Art deco.

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