Les Muses - Maurice Denis Maurice Denis (1870-1943), französischer religiöser Maler und moderner Kunsttheoretiker. Denis wurde in Granville geboren und gehörte der Bewegung der Nabis (hebräisch: Propheten) an, die unter dem Einfluss von Odilon Redon und Paul Gauguin eine spezifische Spielart des Symbolismus mit einer Verfremdung von Formen und Farben propagierte. Denis experimentierte auf Anregung Georges Seurats auch mit dem Pointillismus. Neben religiösen Wandmalereien entwarf er vorrangig Tapisserien und Buntglasfenster. Insgesamt gab Denis der religiösen Kunst in Frankreich neue Impulse und formulierte in seinen kritischen Essays zahlreiche Prinzipien des Kubismus und Fauvismus. Théories (1912) und Nouvelles Théories (1922) sind seine wichtigsten kunsttheoretischen Schriften.

Die Neigung zum Geheimnisvollen, Esoterischen, Elitären war in der Kunst und Kultur der Zeit um 1900 weit verbreitet. In seiner Komposition Les Muses (Die Musen) von 1893 bringt Maurice Denis  dieses Bestreben in typischer Stilisierung zum Ausdruck. Gedämpfter Wohlklang hüllt Figuren und Farben in Harmonie. Die lineare Schwingung und die bedeutungsvolle Stimmung sind mit dem Jugendstil verwandt.

Die Tendenz zur Stilisierung hatte in der Kunst des 19. Jahrhunderts bereits ihre Vorläufer, z. B. Paul Gauguin (1848 - 1903). Er gewann bereits 1888 Bedeutung für die französische Künstlergruppe der Nabis, die eine Erneuerung der Kunst anstrebten. Sie gliederten ihre Kompositionen durch vereinfachte, fest umrissene Farbflächen, und beschränkten sich auf bedeutungsvolle Gesten und Profile. Maurice Denis  war der führende Theoretiker dieser neuen Richtung.

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