William Morris 1834-1896

Tapete von William Morris

Tapete von William Morris

Eine aus der mittelalterlichen Buchmalerei übernommene Ornamentik war Leitlinie für diesen Tapetenentwurf von William Morris.

Inneneinrichtung im Stil des Arts & Crafts Movement

Inneneinrichtung im Stil des Arts and Crafts Movement

Gediegene handwerkliche Fähigkeiten, verbunden mit funktionellem Design, und eine aus der mittelalterlichen Buchmalerei übernommene Ornamentik waren Leitlinien des Arts and Crafts Movement um den englischen Kunstgewerbler und Innenraumgestalter William Morris, aus dessen Werkstätten diese Inneneinrichtung stammt.

Englischer Kunsthandwerker, Dichter und Sozialreformer. Sein Versuch, die Kunst unter Rückbesinnung auf ein mittelalterliches Zünftewesen auf ihre handwerkliche Tradition zurückzuführen, machte ihn zu einem der einflußreichsten Künstler seiner Zeit. Morris begründete die Arts-and-Crafts-Bewegung.

William Morris wurde am 24. März 1834 in Walthamstow (heute ein Teil Londons) geboren. Er studierte mit Edward Burne-Jones an der Oxford University und arbeitete kurzzeitig als Assistent im Architektenbüro von George Edmund Street. Besonders interessierte ihn die gotische Architektur. Neben seinen literarischen Ambitionen widmete Morris sich hauptsächlich der Architektur und der Malerei. Ein bekanntes Beispiel seiner baumeisterlichen Ambitionen ist das zwischen 1859 und 1860 errichtete neugotische Red House in Bexley Heath (Kent). 1861 gründete Morris seine eigene Firma Morris, Marshall, Faulker & Co, für die er zusammen mit Rossetti, Burne-Jones, Ford Madox Brown und anderen Präraffaeliten Möbel, Teppiche, Schnitzkunst, Metallarbeiten, Glasmalereien und Webereien entwarf. Diese Entwürfe stehen deutlich unter dem Einfluss der Schriften John Ruskins und wirkten auf die Arts-and-Crafts-Bewegung, deren Ziel es war, Gebrauchsartikel unter ästhetischen Gesichtspunkten herzustellen. Damit sollte der durch die Industrialisierung verursachten Massenfertigung entgegengewirkt werden. Die Arts-and-Crafts-Bewegung prägte die Entwicklung des Kunsthandwerks in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa und den USA und wies den Weg zum englischen Jugendstil.

Durch die von ihm gegründete Zeitschrift Oxford and Cambridge Magazine (1857), in der er erste symbolistische Gedichte veröffentlichte, kam Morris mit dem englischen Dichter und Maler Dante Gabriel Rossetti in Kontakt. Die von Morris 1858 publizierte Gedichtsammlung Defence of Guenevere and Other Poems gilt heute als eines der originellsten Werke der Zeit. Morris verfasste neben Versübertragungen von antiken und mittelalterlichen Werken (Vergil, Homer) u. a. das epische Gedicht The Earthly Paradise (1868-1870, Das irdische Paradies), im Stil Geoffrey Chaucers. 1868 lernte William den isländischen Gelehrten Eirikr Magnússon kennen und begann, isländische Sagas zu übersetzen. Auf zwei Reisen nach Island sammelte er Material für Three Northern Love Songs (1875) und das Epos Sigurd the Volsung and the Fall of the Niblungs (1875). Sein erster Roman The Novel on Blue Paper wurde 1872 geschrieben, aber erst 1982 veröffentlicht.

Aus sozialreformerischen Impulsen propagierte Morris seit 1880 in der Socialist League, deren Organ Commonweal er herausgab, einen Sozialismus mit anarchischen Zügen. In den Erzählungen A Dream of John Ball and King's Lesson (1886-1887, Ein Traum von John Ball und Eines Königs Lehre) und in der Utopie News from Nowhere (1890, Neuigkeiten von Nirgendwo) kritisierte Morris die Industrialisierung. 1890 gründete er die Kelmscott Press und gab Klassiker und eigene Schriften in bibliophiler Aufmachung heraus, darunter eine Werkausgabe Geoffrey Chaucers (The Kelmscott Chaucer, 1896), bei der er sich an den Wiegendrucken des 15. Jahrhunderts orientierte. William schuf die Typographie, Burne-Jones entwarf die Illustrationen im Holzschnittverfahren. Morris starb am 3. Oktober 1896 in London.

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