Georges Lepape - Zeichner des Hauses Poiret

Der Jugendstil durchdrang weiteste Bereiche. Der häufig festzustellende Charakter "ungestillter Sehnsucht" machte diesen Stil besonders für Werbung und Mode verwendbar. Überall, wo es um sanfte Verführung, weiblichen Charme, Geschmack und Eleganz ging, boten sich Möglichkeiten zur Stilisierung und auch zur Vulgarisierung. Diese Tendenz machte den Jugendstil für manche Zeitgenossen und noch für die Generation der Söhne und Enkel fragwürdig, da in seiner allzu gefälligen Anwendung die Gefahr des Kitsches liegt.

In Paris, der Hauptstadt der Mode, gab in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts der Modeschöpfer und Maler Paul Poiret (1879-1944) den Ton an. Durch seine Entwürfe trug er zur Verbreitung des Art nouveau bei. Der Zeichner Georges Lepape (1887-1971) gab in einer Lithographie aus dem Jahr 1911 die damals neuesten Modelle aus dem Haus Poiret wieder. Typisch ist die Tendenz zur sanft gestreckten Linie, zu ornarnentaler Stilisierung, kindhafter Zierlichkeit und damenhafter Eleganz, geschmackvoll dezenter Farbigkeit und schmückender Verbrämung.

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