Secessionsstil, Bezeichnung für eine Variante des österreichischen Jugendstils, die im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in Wien von Mitgliedern einer als Wiener Secession bezeichneten avantgardistischen Künstlergruppe geprägt wurde. Er wurde von Künstlern vertreten, die sich von den offiziell anerkannten Künstlerverbänden lösten, eigene Ziele verfolgten und neue Ausdrucksformen suchten, die im Widerspruch zu traditionellen und akademischen Kunstauffassungen standen. Sezessionistische Künstlergruppen entstanden auch in München, Darmstadt und Berlin. Der in erster Linie die Architektur und die angewandten Künste betreffende österreichische Secessionsstil zeigte sich besonders von der geometrischen Formgestaltung des schottischen Architekten Charles Rennie Mackintosh beeinflusst. Seine wichtigsten Vertreter waren die Architekten Otto Wagner, Josef Hoffmann und Josef Maria Olbrich, der auch das Ausstellungsgebäude der Secessionisten in Wien (1898-1899) entwarf, der Maler Gustav Klimt und der Innenarchitekt, Maler und Graphiker Koloman Moser, der zu den Mitbegründern der Wiener Werkstätten gehörte. Das Publikationsorgan der Gruppe war die Zeitschrift Ver Sacrum (lateinisch: Heiliger Frühling; sie erschien von 1898 bis 1903).

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