Skulptur im Jugendstil Ein beliebiges steinernes Denkmal aus der Zeit um 1900 in einer Parkanlage im Zentrum von Wien lässt wesentliche Merkmale der Skulptur des Jugendstils deutlich erkennen: Dieses Stil schätzt  in seiner Thematik die leisen, gefühlvollen Anklänge mehr als die realistische oder vulgäre Deutlichkeit. Das Anliegen ist stets die schöne und harmonische Stilisierung. So tritt die edle, vornehme Jungfrau, einem Engel oder einer Prinzessin gleich, sanft und organisch aus der Natur hervor, der sie zugehört. Gewand und Ornament bilden eine sanfte, leise, schön gegliederte, fließende Begleitmelodie.

Die plastische Gestaltung des Jugendstils nahm sich des gesamten bildnerischen Schaffens an und brachte typische Bildwerke vom Denkmal und Grabmonument bis zum Aschenbecher und Haarkamm hervor. Da Schönheit, Zurückhaltung, Geschmack und Maß Ideale dieses Stils waren, eignete er sich weniger für monumentale Aufgaben. Seine schönste Entfaltung erfuhr er vielmehr im intimen und kleinen Format, in künstlerisch ausgefeilten Kompositionen, im Einklang von Natur und Kunst.

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