Charles van der Stappen

Ein typisches Beispiel der Fin-de-siècle-Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts ist die 1897 von dem Belgier Charles van der Stappen (1843-1910) aus Elfenbein und Bronze geschaffene Skulptur Le Sphinx mystérieux. Die bedeutungsvolle, rätselhafte Büste verrät eine Orientierung an der Kunst der englischen Präraffaeliten, während die lineare Schwingung und die ornamentale Bereicherung die Zugehörigkeit zum Art nouveau bekunden. In der symbolischen Dichtung der Zeit sind entsprechende weiblich-rätselvolle Stilisierungen häufig.

Ein oft recht vager, allgemein-romantischer Zug tritt in zahlreichen Bildwerken der Neuen Kunst hervor. Die herkömmlichen, allgemein verständlichen Symbole und Allegorien wurden von den neuen Künstlern oft zugunsten elitärer eigener Erfindungen aufgegeben. Das Geheimnisvolle, Märchenhafte, Verlockende wurde willig gesucht. Eine Welt schlanker Prinzessinnen, jünglingshafter Ritter, überirdisch vergeistigter Engel, Naturgeister und sehnsuchtsvoller Schönheitssucher tat sich auf. In diesem Hinblick kündet der Jugendstil zum Teil bereits die Verfremdung des Surrealismus an.

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