Jacques Villon

Der Jugendstil hat eine Vorliebe für schwingende und flutende Linien und Formen. Daher waren Graphik aller Art wie ebenso das Ornament Hauptgebiete der künstlerischen Betätigung jener Epoche. Die Jugendstilkünstler wollten beachtet werden und Aufträge bekommen. Die Plakatkunst war für sie ein weites Feld der Erprobung. Auf Plakaten ließen sich Zeichnung und Schrift zur Einheit verschmelzen. Die Reklame, deren Aufgabe es war, Neuheiten aufsehenerregend anzukündigen, erwies sich als besonders geeigneter Prüfstand für den neuen Stil. Sie war ein Vorläufer der modernen Werbung.

Der französische Maler und Zeichner Jacques Villon (1875 - 1963) durchlief eine interessante Entwicklung. Er begann als humoristischer Zeichner und wandte sich dann unter dem Einfluss von Degas und Toulouse-Lautree der Malerei zu. 1911 schloss er sich dem Kubismus an, um dann konsequent zu immer stärkerer Abstraktion vorzustoßen. In seinem Frühwerk von 1899, einem Plakat für die Bar Le Grillon in Paris, überwiegt noch der ornamentale Schwung des Art nouveau, während latent ein stärkeres Interesse für ausdrucksvolle Vereinfachung und plastische Gliederung spürbar ist.

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